Wohnungseinbrüche in Mehrfamilienhäuser

erstellt am: 14.11.2025 | von: Robert John | Kategorie(n): Aktuelles

Zurückliegend wurden bei Wohnungseinbrüchen in Mehrfamilienhäusern im Raum Oberhavel zwei Vorgehensweisen festgestellt:

 

Zum einen wird Säure genutzt, um in die Wohnungen einzudringen.
Hierbei wird in den Schließzylinder einer Wohnungstür eine starke Säure (z.B. Salpetersäure) injiziert. Dieser zersetzt Teile des Zylinders, so dass dieser einfach geöffnet werden kann.
Da diese Methode doch zeitaufwendig ist, suchen sich die Täter Wohnungen aus, in denen scheinbar keine Person anwesend ist.
Um dies festzustellen werden Tage vor der Tat sogenannte Klebefäden angebracht. Hierbei wird in einer Ecke der Tür mittels Sekundenkleber (oder normalen Kleber) punktuell etwas Kleber aufgebracht. Von dort aus wird die Kleberflasche schnell zur Türzarge bewegt. Dabei entsteht ein sehr dünner Klebstofffaden, welcher schnell aushärtet.
Sollte die Tür in nächster Zeit geöffnet werden, wird der Klebefaden zerstört und die Täter wissen, dass die Wohnung aktuell bewohnt ist.
Ist der Faden nach mehreren Tagen noch intakt, wissen die Täter, dass keine Person anwesend ist.
Die Fäden selbst sind kaum sichtbar, man bemerkt diese eigentlich nur wenn man gezielt danach sucht (siehe Bild in der Anlage)

Als zweite Einbruchsvariante wird der Profilzylinder unter Zuhilfenahme eines Werkzeugs aus der Tür gebrochen, um dann mit einfachen Mitteln das Schloss aufzuschließen. Auch hierbei wurden Klebefäden an Rahmen und Tür festgestellt.
Sollten Ihnen entsprechende Klebefäden auffallen, bitten wir um Kontaktaufnahme zur Polizei. (Klebefäden sieht man besonders gut im Licht einer Taschenlampe)

Polizeiinspektion Oberhavel
03301-851-0
03301-851-1221

Achtung:

Speziell bei Nutzung von Säuren könnten sich unbeteiligte Personen bei Kontakt verletzen, auch können die Atemwege gereizt oder gar geschädigt werden.
Erkennbar ist der Einsatz von Säure zumeist durch farbliche Veränderungen rund um das Türschloss oder am Türblatt eventuell bis zum Fußboden unter dem Schloss.
Jedoch gehen die Täter zunehmend professioneller vor. So werden häufig nur kleine Mengen an Säure benutzt, was äußere Spuren stark minimiert (siehe zweites Bild in der Anlage).

Sofern Sie ein mit Säure angegriffenes Schloss feststellen, sollten sie keine Schließversuche an der Tür durchführen. Bitte informieren Sie schnellstmöglich die zuständige Polizei.

Bei einem aktuellen Wohnungseinbruch sollte die Polizei über den Notruf 110 informiert werden.